
Ausschlafen in einem schattigen Zelt ist einfach das Grösste! Und wir geniessen dieses Privileg ausgiebig. Es gibt viel zu tun, aber man soll sich in seinem Urlaub ja nicht übernehmen.
Leider schmerzt mein linkes Bein noch immer von dem Sturz auf dem Holland Track und es wird Zeit, dass sich das doch mal ein Arzt anschaut. Schliesslich schleiche ich die Strecke in die Stadt nur noch im Tempo einer Rennschnecke. Also begleitet mich David ins Spital und nach drei Stunden erhalte ich eine Woche Motorradfahrverbot und Panadol und gut ist. Dirt Roads sind erst wieder erlaubt, wenn das Bein überhaupt nicht mehr schmerzt. So haben wir nun jede Menge Zeit, durch Alice zu schleichen und die Herren können sich ihre tägliche Ration Fleisch vom Barbie genehmigen. Man muss eben positiv denken...


DESERT PARK

Im Desert Park vergnügen wir uns eine ganzen Tag. In diversen Vogelvolieren nutzen wir unsere Fotoausrüstung voll aus. Die Jungs gehen kauernd, kriechend und liegend auf Motivjagd und sind dabei auch sehr erfolgreich. Wenn diese Viecher nur nicht so schnell wären! In einer der Volieren machen wir eine besondere Bekanntschaft: Da kommt ein ca 60cm grosser Laufvogel so nah, dass mir schon etwas Bange wird. Er pickt mit seinem 10cm langen Schnabel in meine Wasserflasche, auf den Prospekt, in Fabis Kameralinse und wie er dann mit seinen Glubschaugen und schief gelegtem Kopf meine Zehen beäugt, krieg ichs mit der Angst zu tun und nehme Reissaus.
Im Nachttierhaus können wir auch endlich mal die Tiere sehen, welche wir sonst nur ausserhalb unserer Zelte hören können. Auch einige Echsen, sowie Emus und Kängurus posieren für Fotos. Auf der Piste artet das ja immer in so eine Art Wettrennen aus, bin ich mit der Kamera schneller oder das Tier auf der Flucht?
Die Flugshow mit den Raubvögeln fasziniert uns aber am meisten. Wir erfahren viel Interesantes über das Verhalten der Tiere und ihre verschiedenen Jagdmethoden, welche wir auch sogleich live mit verfolgen können.




National Road Transportation Hall of Fame

Heute machen David und ich uns auf, um das Museum des old Ghan zu besichtigen. Isabel zieht ein gutes Buch auf dem Camping einer Ansammlung von altem Schrott vor. Beim Museum angekommen stellen wir fest, dass es zum einen geschlossen ist weil die Person, die es heute betreuen sollte krank ist und dass die Ausfahrten mit der Dampflock nicht mehr stattfinden, weil im Januar der Regen ein Teil des alten Trasses weggespühlt hat. All dies erfahren wir aber eher zufällig. Beim Eingang wird immer noch für die Ausfahrten Werbung gemacht und dass heute geschlossen bleibt, wird auch nirgends angeschlagen. Wir Schweizer sehen solche Dinge einfach zu eng...
Als Kompensation dürfen wir dafür gratis in die daneben liegende National Road Transport Hall of Fame. Auf einem Gelände, welches für unsere Vorstellungen unglaublich gross ist, wird alles ausgestellt, was in der Geschichte des australischen Strassenverkehrs eine wichtige oder manchmal auch weniger wichtige Rolle gespielt hat. Hier hat es Platz für den ersten Roadtrain und wunderschön restaurierte Lastwagen, genauso wie für alte Militärfahrzeuge, die bei uns vermutlich nur noch der Schrotthändler nehmen würde.




Text: Isabel und Fabi

