Wir sind natürlich nicht nur wegen Owen's Sprudelbad nach Darwin gefahren. Wir machen auf unserer Reise das zweite Mal den Service an unseren Motorrädern und Darwin bietet einige Attraktionen, von denen wir ein paar besuchen möchten.
Nachdem unsere Adventures frisches Öl und neue Gummis erhalten haben und einige kleinere Blessuren repariert sind, muss mein Rahmenheck noch geschweisst werden. Zu meinem Erstaunen sagt mir der lokale KTM-Händler, dass er keine Schweissarbeiten ausführen kann. Aber gerade nebenan ist ein Autolakierer, dessen Mechaniker die Arbeit problemlos erledigt. Bezahlen muss ich dafür nichts. Der Chef meint, er sei selbst Motorradfahrer und er habe mir gerne geholfen. Many thanks, mate!


Australian Aviation Heritage Centre

Das Prunktstück im Luftfahrtmuseum von Darwin ist sicherlich der B-52 Bomber "Darwin's Pride", den das Museum als Dauerleihgabe der US Air Force erhalten hat. Das riesige Flugzeug nimmt fast die ganze Halle für sich ein und überdeckt mit ihren Flügeln die restlichen Exponate aus der Militär- und Zivilluftfahrt des zweiten Weltkriegs bis heute wie eine Entenmutter ihre Jungen. Darunter ist auch eine F-86 Sabre die unter der Bezeichnung CA-27 in Australien in Lizenz gebaut wurde und bis 1971 ihren Dienst in der Royal Australian Air Force leistete.
Die meisten gezeigten Flugzeuge wurden von der "Aviation Historical Society of the Northern Territory", die auch das Museum betreibt, selber restauriert und befinden sich in sehr gutem Zustand. Alle Exponate sind detailliert beschrieben, was in australischen Museen nicht unbedingt üblich ist, so dass der Besuch richtig Spass macht.


Crocodylus Park

Da wir auf unserer bisherigen Reise keine Krokodile zu Gesicht bekommen haben, entschliessen wir uns mindestens einige Exemplare in Gefangenschaft zu bestaunen. Nachdem wir uns bei einigen Wasserdurchfahrten Sorgen um die Anwesenheit dieser Urzeit-Echsen gemacht haben, wollen wir sie schliesslich auch mal sehen.
Der Crocodylus Park züchtet die in Australien heimischen Salz- und Süsswasserkrokodile zum einen zu Forschungszwecken aber zum anderen auch zur Gewinnung von Fleisch und Leder. Neben den Krokodilen gibt es für die Besucher noch einen kleinen Zoo und ein Museum, welches die Geschichte der Krokodilforschung beschreibt.




Auch wenn die Führung sehr spannend ist und die Viecher so nahe extrem beeindrucken, hat das Ganze einen kleinen Nachgeschmack. Eigentlich würden wir sie lieber in freier Wildbahn beobachten als hier zu sehen, wie sie aus dem Wasser springen, um nach einem am Seil festgebundenen toten Huhn zu schnappen.




Monsters Tour of Destruction

Eigentlich hätten wir heute weiterfahren wollen, wenn da nicht vor zwei Tagen ein Plakat am Strassenrand auf DEN Event in Darwin aufmerksam gemacht hätte: "Monster Trucks come to Darwin!" Nachdem wir die Homepage der Veranstaltung angeschaut haben, ist für David und mich klar, dass wir uns dies auf keinen Fall entgehen lassen dürfen. Wann haben wir denn schon wieder mal die Gelegenheit dabei zu sein, wenn riesige Maschinen mit brüllenden Motoren hilflose Autos unter sich zermahlen, weitere hilflose Autos von einem Kran fallen gelassen werden oder ein mit einem Düsentriebwerk ausgestatteter Truck feuerspeiend seine Runden dreht?


Wir schaffen es, Isabel davon zu überzeugen, diesen Event zu besuchen und so verschieben wir unsere Abreise um einen Tag und machen uns zusammen mit Owen gegen Abend auf den Weg zum Racecourt in Darwin, wo die Show stattfindet. Schon bald ist uns klar, dass wir nicht enttäuscht werden. Mit ohrenbetäubendem Krach fahren die Gladiatoren in die Arena ein. Ein richtiger Monster Truck muss böse sein und dazu braucht es keinen Schalldämpfer. Dann folgt ein Spektakel dem anderen: Nachdem die ersten Autos plattgewalzt sind, jagen sich Sprintcars in spektakulären Drifts um den Racecourt. Abgelöst werden sie von einem alten Australischen Army Blitz-Truck, der 'etwas' modifiziert wurde und nun als Hilfsantrieb ein gigantisches Düsentriebwerk auf seiner Ladebrücke hat und damit unter ohrenbetäubendem Getöse und meterlanger Stichflamme seine Runden dreht. So geht es fast vier Stunden weiter: Röhrende Motoren, in Stichflammen aufgehende Abgase, lodernde Feuer, Abgas und Staub in der Luft und wir mitten in der johlenden Menge. Das ist wahrlich ein spektakulärer Abschied von Darwin und wir sind uns alle einig, dass eine Show in diesem Ausmass in der Schweiz nie möglich wäre.





Text: Fabi


Mehr Informationen

Wikipedia: B-52 Stratofortress
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Wikipedia: F-86 Sabre
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The Aviation Historical Society of the Northern Territory (englisch)
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Wikipedia: Monstertruck
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