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Opalfieber in Coober Pedy
26.04.2009
Coober Pedy ist eine Stadt mitten im Outback, die entstand, als ein Teenager 1915 den ersten Opal fand und seitdem hier das Opalfieber ausbrach. Heute ist Coober Pedy durch den Stuart Highway mit einer Asphaltstrasse sehr gut erschlossen und macht dementsprechend auch Umsatz mit den Touristen, die auf dem Weg von oder nach Alice Springs vorbeikommen. Davon zeugen die unzähligen Opal-Shops und die vielen Hotels und Restaurants, die sich voll auf den Tourismus eingestellt haben.




Wir treffen natürlich nicht über Asphalt in Coober Pedy ein, sondern kommen auf einer Piste von der Painted Desert über die Moon Plane, einer riesigen trostlosen Steinebene, die schon diversen Endzeit-Filmen als Kulisse diente. Auch in Coober Pedy fühlt man sich erst wie in einem unwirklichen Film. Es gibt hier kein natürlich vorkommendes Wasser und demensprechend gibt es ausser ein paar Büschen, die mühsam mit sehr kostbarem Wasser getränkt werden müssen, kein Grün in der Stadt. Dafür sind schon von weitem die Schutthalden der diversen Minen sichtbar und auch im Ort selber prägen skurile Minenfahrzeuge und diverse Steinhalden das Bild. Um den Eindruck noch zu vervollständigen findet man einige Requisiten aus Filmen, die hier gedreht wurden. Wer hat schon ein abgestürztes Raumschiff vor seinem Laden?





Dem Ort entsprechend gehen wir auf den unterirdischen Camping etwas ausserhalb der Stadt. Die Zelte werden hier in Nischen aufgestellt, die sich - in den Sandstein gefräst - etwa 20 Meter unter dem Boden befinden.




In Coober Pedy spielt sich alles unterirdisch ab



Coober Pedy und Minen gehören untrennbar zusammen, selbst gewohnt wird unterirdisch. Auch heute noch leben ca. 80% der Bevölkerung in Wohungen, die in den Sandstein gefräst wurden, sogenannten Dugouts. Bei der Besichtigung einer solchen Wohnung stellen wir fest, dass das gar nicht so ungemütlich ist. Der rötliche Sandstein ist komplet trocken, garantiert eine konstante, angenehme Temperatur und macht einen sehr wohnlichen Eindruck. Von der Bunkeratmosphäre, wie sie jeder schweizer Soldat schon mal erlebt hat, ist nichts zu spühren.

Der Opal wird hier nicht von grossen Minengesellschaften abgebaut, sondern von kleinen "Ich-AG's", die sich ein bestimmtes Gebiet sichern (claimen) und dann drauflos buddeln. So ist zum Beispiel Michael, der uns durch eine Mine führt und die diversen Gerätschaften demonstriert, mit seinem Bruder vor Jahren aus Serbien eingewandert und gräbt mit ihm zusammen nach Opalen. Da jeder für sich werkelt, hat auch jeder sein Equipment selber zusammengebaut oder irgendwo organisiert. So wird aus einem alten Lastwagen ein sogenannter Blower, ein riesiger Staubsauger, der losen Sandstein aus dem Untergrund nach oben saugen kann. Oder aus zwei starken Elektromoteren einem Raupenantrieb, einem alten Getriebe und ein paar Hydraulikzylindern mit Pumpe, wird eine Fräse zusammengebaut, die sich durch den relativ weichen Sandstein arbeiten kann. Die Pickups, die wir sehen, haben fast alle einen kleinen selbstgebauten Kran montiert, mit dem man Material oder Menschen in die engen Minenschächte abseilen kann. Wenn man so durch die Stadt schlendert, gibt es immer wieder eine neue kreativ zusammengebaute Maschine zu entdecken. Man spürt so auch nach Jahren noch das Opalfieber über der Stadt, wo hingegen in einer Mine, in der profesionell Gold abgebaut wird, vom Goldfieber schon lange keine Spur mehr ist.







Text: Fabi

Mehr Informationen

Wikipedia: Coober Pedy >>>
Wikipedia: Opal >>>

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