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Endlich in Afrika!
Aswan (EG), 21.11.2011
Wir verbringen die letzten Oktobertage im Darna Village Hotel bei Aqaba. Wir beenden unsere beinahe endlose Diskussion um ein Netbook, indem wir in Aqaba nun endlich ein Günstiges kaufen. So sollte die Berichterstattung nun einfacher werden. Aqaba ist auch berühmt für seine Unterwasserwelt inklusive Panzer, der als künstliches Riff versenkt wurde. Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen.




Auf der Fähre nach Afrika

Wir buchen die Slow Ferry nach Nuweiba da die Fast Ferry nicht fährt, uns aber auch keiner sagen kann und will, warum. Die Fähre legt um 01:00 Uhr Dienstag Morgen ab, wir sollen aber bereits drei Stunden vorher da sein, um den Papierkram zu erledigen. Das Szenario in das wir jetzt geraten wirkt skurril, vergleichbar mit einem Wespennest versuchen große Menschemassen noch größere Massen an Gepäck auf Tieflader zu packen, um alles erdenkliche mit auf die Fähre zu bekommen. Andere rennen mit Papierstapeln von einem Schalter zum nächsten, vor welchem sich bereits jetzt schon eine rund zweihundert „Mann“ starke Warteschlange bildet – an der sich Susi aber ganz offoziell vorbeidrängen darf. Der in diesem Land wohl einzige Vorteil den „Frau“ genießt.

Die Fähre ist ein einziger Horror. Zum Hauptdeck gehts immer der Nase nach, für den, der den Gestank ertragen kann. Mit Rund 1500 Personen an Bord, Fahrzeugen und Gepäck ist die Fähre absolut überladen. Die „Slow“ Ferry macht ihrem Namen alle Ehre. Wir sind froh, als wir nach 5-stündiger Fahrt die immerhin 70km hinter uns gebracht haben und finden an der Grenze schnell jemand, der uns behilflich ist. So bringen wir die ägyptischen Grenzformalitäten in rekordverdächtigen 3,5 Stunden hinter uns. Wir fahren, von jetzt an mit unseren ägyptischen second-hand Nummernschildern, weiter bis nach Dahab, wo wir im Crazy Camel Camp ein paar sehr entspannte Tage verbringen.








Wir erfahren, dass die Fähre Aqaba – Nuweiba nur zwei Tage nach unserer Überfahrt ausgebrannt ist. Die Fähre Sharm el Sheikh – Hurgada ist derzeit auch defekt und so müssen wir den Haken über Suez fahren, was für uns 800km mehr Hornhaut auf unsere Hintern bedeutet. Wir stellen die Motorräder in einem Hotel in Ras Sudr unter und fahren mit dem Bus nach Cairo, um dem uns prophezeiten Motorrad-in-Cairo-Chaos zu entgehen. Eine gute Entscheidung! Cairo ist voll mit Ägyptern, was wenig verwunderlich ist. Lediglich die Art, mit der Ägypter wehementer als andere versuchen, möglichst schnell von A nach B zu kommen, ist für uns „ungewohnt“. Außer laut ist Cairo vor allem eins: schmutzig. Müllberge, fast schon Müllgebirge inmitten der Stadt, ein Kanal, in dem wir beim genaueren Hinsehen ein totes Pferd in den Tonnen von Abfall entdecken können.




Ägyptische Kultur

Alle Botschaften haben übrigens für eine Woche geschlossen, weil gerade Ferien sind. Also nix mit Visa & Co. Der obligatorische Pyramidenbesuch steht an. Bereits am Eingang geht es sehr „ägyptisch“ zu. Es wird geschoben, geschrien, gedrängelt. Drinnen werden wir überwiegend aufdringlich belagert und um Fotos zusammen mit den Einheimischen „gebeten“.






Am nächsten Tag dann wieder zurück zu unseren (hoffentlich) noch gaparkten Mopeds. Dann weiter zum Kloster des Hl. Antonius, dort werden wir nicht nur sehr freundlich empfangen, ein Mönch führt uns durch das gesamte Kloster und lädt uns auch noch mit einer Selbstverständlichkeit zum Abendessen ein. Das sollte uns mal in einer Kirche in Österreich passieren. Wir zelten vor den Klostermauern in der Wüste, da zwar Männer, aber keine Frauen im Kloster übernachten dürfen.









Nach einer Tagesetappe und kleineren Reparaturen unterwegs erreichen wir Hurgada. Dort lernen wir Albert, einen sehr netten Österreicher kennen. Er empfiehlt uns das „Safari Beach Camp“ in Marsa Alam. Wir machen uns auf den Weg, kommen aber erst später los, als gedacht und müssen in die Dunkelheit fahren. Ich stelle fest, dass das europäische Verkehrssystem auf Landstraßen ist eigentlich gar nicht so übel ist. Nachts mit Licht fahren, Blinker ein- aber auch wieder ausschalten, den Überholenden nicht überholen, zumindest nicht bei gleichzeitigem Gegenverkehr, überwiegend in der eigenen Spur fahren und Fernlicht nicht (wirklich nicht) grundlos oder nur zum Spaß einschalten. Aber das überfordert hier eigentlich fast alle. Letztendlich schaffen wir es aber doch und verbringen zwei Nächte in Marsa Alam. Von dort starten wir um 6 Uhr morgens los und erreichen nach einer halbtägigen Wüstendurchquerung Aswan.







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