Am Kiosk hatte man uns gesagt, dass bei Sonnenaufgang zwischen 6 und 7 Uhr die grösste Chance bestünde, ein Kangaroo am Sandstrand zu sehen. Also nutzten wir die Gunst der frühen Morgenstunde und wurden belohnt: Baden bei Sonnenaufgang und die Skippies spazieren vorbei! Cape Hillsborough Nationalpark sollte nicht verpasst werden, wenn man durch die Gegend reist. Aber besser vorausbuchen, sodass man an zwei Morgen auf Kangaroo-Pirsch am Strand gehen kann.



Wir fuhren los zum Strandhüpfen gegen Süden, als uns ein BMW-Seitenwagenfahrer, der bald seinen 80. Geburtstag feiern kann, nachstellte und uns zum Kaffee in seinem Strandhaus in Bucasia entführte. Die Gastfreundschaft hier ist einfach toll! Dann gings zum Frühstück ins Pacific Hotel in Eimeo auf einer Anhöhe mit wunderbarem Ausblick auf schöne Strände.
Die Gegend –wie viele andere auch – hat sich dramatisch verändert in den letzen 10 Jahren: Neue Vororte schossen aus dem Boden mit möglichst viel Haus auf möglichst wenig Land, sodass sich Dach an Dach reiht. Der friedliche Charme ist geschäftigem Treiben und lärmigem Verkehr gewichen. Wir entflohen den Massenüberbauungen, verpassten die Extraschlaufe auf Naturstrasse um Mackay, und stiessen wieder auf die gut befahrene aber langweilige Hauptstrasse Richtung Süden. Der Highway folgt der Küste, aber Inland, also erforschten wir alle Abzweigungen zum Meer. Die Strände hier waren sehr flach, bei Ebbe hatte sich das Meer kilometerweit zurückgezogen und man müsste eine schöne Marschstrecke zurücklegen für ein Bad.
Bevor wir wieder landinwärts fuhren, hielten wir an der Küste in Clairview. Der Campingplatz wurde hauptsächlich von sogenannten grauen Nomaden frequentiert, das sind die Pensionäre, die mit ihren Wohnwagen der Sonne folgen. Im Pub-Biergarten spielte eine Band zum Tanz auf. Wir sassen vor dem Pub am Strand ums Lagerfeuer und beobachteten amüsiert, wie die älteren Semester abfeierten. Nun, es liegen offensichtlich gute Jahre vor uns!

